„Wo und wie die Samen, die in einem niedersächsischen Gartenbaubetrieb und von Privatpersonen zur Sprossenproduktion verwendet wurden, mit dem Ausbruchserreger in Kontakt gekommen seien, habe sich jedoch nicht ermitteln las
teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am Dienstag zum Abschluss der Untersuchungen in Deutschland und Europa mit.
Normalerweise werden Colibakterien, die sich in vielen unserer Nahrungsmittel befinden von unserer Magensäure sofort abgetötet und können keinerlei Schaden anrichten. Rinder, die mit Gras gefüttert werden, dem natürlichen Nahrungsmittel für Weidetiere, haben im Magen alkalische Werte. Besteht das Futter jedoch vorwiegend aus Mais und Soja kommt es zur Übersäuerung des Magens. Die Colibakterien adaptieren sich an dieses Milieu, werden also „säureresistent“! Sie werden dann nicht mehr durch unsere Magensäure abgetötet und können so ihre verheerende Wirkung auf unsere Gesundheit entfalten. In den Rindern führen sie außerdem zu einer vermehrten Bildung der für unsere Umwelt so schädlichen „Treibhausgase“!
Selbst wenn doch noch herausgefunden wird wo und wie die Samen, mit dem Ausbruchserreger in Kontakt gekommen sind wird man als Quelle dieser Bakterien immer wieder auf Tiere stoßen, die nicht ihrer Art gerecht ernährt worden sind!
Bundesweit waren in diesem Jahr 53 Menschen im Zusammenhang mit dem aggressiven Darmerreger gestorben. „Dieser Ausbruch war einer der folgenschwersten lebensmittelbedingten Ausbrüche der Nachkriegszeit in Europa“, sagte BfR-Präsident Andreas Hensel. „Die bei der Aufklärung des Ausbruchs gesammelten Erfahrungen nutzen wir, um für zukünftige Krisen optimal in Deutschland und Europa gerüstet zu sein.“
Das Institut forderte Unternehmen auf, bei Anbau, Lagerung, Behandlung und Transport von Samen zur Sprossenherstellung auf strenge hygienische Anforderungen zu achten. So soll das Risiko einer Kontamination mit Krankheitserregern so gering wie möglich gehalten werden.
Sprossenproduzenten werde außerdem geraten, nur Samen zu verwenden, die zum Zweck der Sprossenproduktion gewonnen worden seien. Das BfR mahnt zudem an, den Herstellungsprozess und die produzierten Sprossen mittels mikrobiologischer Kontrollen in angemessenen Abständen zu überprüfen.
Verbrauchern mit geschwächter Immunabwehr rät das Institut, Sprossen vorsichtshalber nur nach ausreichendem Erhitzen zu verzehren. Roh verzehrte Sprossen sollten zur Verringerung der Keimbelastung gründlich gewaschen und möglichst schnell verbraucht werden.
„Die hygienischen Anforderungen werden weniger helfen eine neue Seuche zu verhindern, als dort anzusetzen, wo diese Krankheitserreger produziert werden, nämlich in den sauren Mägen der Tiere, die eigentlich alkalisch sein sollten!“
Quelle: Dr. med. Wolf Funfack
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